Literaturkurs (Q1): „In 8 Tagen um die Welt“ – von der Entstehung bis zur Aufführung

08.07.2019 Wie jedes Jahr wurde am KvG ein Theaterstück des Literaturkurses der Jahrgangsstufe Q1 aufgeführt. Doch die Aufführung ist nur das Endprodukt von etwa 10 Monaten harter Arbeit. Denn hinter solch einem Stück steckt, wie wir im Laufe der Zeit feststellen mussten, viel mehr Arbeit als man denkt.

Zu Beginn des Literaturunterrichts waren alle Schüler/innen gespannt, was man in diesem Kurs wohl alles machen und lernen wird. Die einzige Vorstellung, die wir von einem Literaturkurs hatten, war, dass am Ende womöglich eine Aufführung stattfinden würde.

Direkt nach den Sommerferien 2018 startete der projektartige Unterricht und uns wurde der im Jahr 1874 erschienene Roman „In 80 Tagen um die Welt“ von Jules Verne von den Lehrpersonen vorgestellt, welcher die Grundlage für unser Stück werden sollte.
Also war unsere erste Aufgabe, diesen Abenteuerroman zu lesen und uns mit dem Inhalt und den Charakteren auseinanderzusetzen. Phileas Fogg, der Inbegriff des englischen Gentleman, begibt sich nämlich auf eine einzigartige Abenteuerreise. Um eine Wette zu gewinnen, die er im Londoner Reformclub abgeschlossen hat, jagt er in Begleitung seines neuen Dieners Passepartout von Land zu Land, denn er läuft ein Rennen gegen die Zeit: In nur 80 Tagen muss er die Welt umrunden.
Das war im 19. Jahrhundert eine unlösbare Aufgabe, denn die Industrialisierung und somit auch die Mobilität war auf anderen Kontinenten bei weitem noch nicht so weit vorangeschritten wie in Europa.

Ein weiteres Element unseres Literaturunterrichts war die Arbeit an unserer „(Selbst-) Darstellung“. So haben wir in den Unterrichtsstunden mit Übungen viel an unserem Ausdruck (auf der Bühne) gelernt, z. B. wie man Gestik und Mimik richtig verwendet, wie man Selbstbewusstsein ausstrahlt und darstellt oder wie man den Raum der Bühne am besten nutzt.

Nachdem wir uns nun im ersten Halbjahr die Grundlagen erarbeitet hatten, begannen wir uns ganz konkret mit dem Stück zu identifizieren. So kamen uns mit der Zeit die verschiedensten Ideen, wie wir das Stück umändern könnten. Manche Ideen wurden sofort wieder verworfen und andere wiederum haben wir über lange Zeit ausgearbeitet. Das lief nicht immer glatt, denn die Ideen mit der Umsetzung zusammenzuführen, ist nicht gerade einfach. Außerdem ist es eine große Herausforderung, bei über 30 Leuten im Kurs einen Konsens zu finden, womit alle zufrieden sind. Dadurch musste man auch lernen, Kompromisse einzugehen und an Dingen zu arbeiten, die man möglicherweise anders gewollt hätte. Bei uns herrschte also permanent kreatives Chaos.

Die Monate vergingen und dann stand in wenigen Wochen schon die Aufführung bevor. Damit begann dann auch die Nervosität und eine sehr arbeitsintensive Phase – das hieß für uns: Überstunden am Nachmittag. Doch mit viel Ehrgeiz, Spaß und Kreativität haben wir es letztendlich geschafft, unser ganz eigenes Theaterstück auf die „Bühne“ zu stellen. Das Stück wurde modernisiert und weitere Charaktere erfunden. Die Abiturienten Phil (Jens Henrotte), Sébastien (Timon Feder) und die Tussi JJ (Jana Schlese) wollen zwischen den Abiturprüfungen und dem Abiball in nur 8 Tagen mit einem „Around the World Ticket“ um die Welt fliegen und werden während der ereignis- und hindernisreichen Reise durch verschiedene Länder, in der sie auch Aouda (Isabella Wenzel) vor ihren gesellschaftlichen Zwängen befreien, von der Polizistin Fix (Charlotte Eisenhawer) des Insiderhandels bezichtigt und verfolgt, was sich hinterher als Falschmeldung erweisen lässt.

Am 13. und 14. Juni 2019 war die Zeit der Aufführung dann gekommen. Der ganze Kurs war voller Vorfreude und Aufregung und war froh über die vielen Zuschauer, die an den beiden Abenden kamen.
Viel positives Feedback haben wir über unser Stück bekommen, so dass wir sehr froh waren, dass unsere Mühen sich gelohnt haben und unsere Arbeit ein sichtbares Produkt hervorbrachte.
Damit ging dann auch leider unsere Zeit im Literaturkurs vorbei, welche uns allen aber viele Kompetenzen mitgegeben hat und zusätzlich allen viel Spaß gemacht hat. Zum Schluss möchten wir aber noch unseren Lehrern Frau Lange, Frau Weis und Herrn Lojewsky für die tolle Leitung dieses wunderbaren Kurses danken.

Anna-Lena Karbe, Q1