Interdisziplinärer Studientag

Studientage für die Oberstufe – eine innovative Idee, die im Rahmen der „Initiative Schulprogramm“ in einer Arbeitsgruppe von Eltern, Lehrern und Schülern gemeinsam entwickelt wurde. Aktuell, attraktiv und schülerbezogen sind die Themen der interdisziplinären Studientage, die seit 2001 einmal jährlich für die Schüler/innen der 11. Jahrgangsstufe stattfinden. Wichtigstes Anliegen ist es, Schülerinnen und Schüler mit politisch, gesellschaftlich und ethisch relevanten Themen zu konfrontieren, ihnen fundiertes Sachwissen zu vermitteln, sie aber auch zu einer bewussten Urteilsfindung zu befähigen. Einen ganzen Schulvormittag lang steht ein ausgewählte inhaltlicher Schwerpunkt in einem Wechsel von Vortrags-, Plenums- und Gruppenarbeitauf dem Stundenplan.
Der erste Studientag am KvG hatte das Thema „Lasset uns den (neuen) Menschen machen! – Chancen und Risiken des biomedizinischen Fortschritts“. Der rasante Fortschritt in Biologie und Medizin stellt die Menschheit in zunehmendem Maße vor Probleme einer ethischen Urteilsbildung.

Expertenrunden
an KvG-Studientagen


2018

2017

2016

2015

2014

2012

2011

2010

2008

2007

2005

2004

2003

2002

2001

In einem Wechsel von Plenums- und Gruppenarbeit wurden fächerübergreifend die in den Anwendungsfeldern Gentechnologie und Reproduktionsmedizin erkennbar gewordenen Frage- und Problemkreise als Herausforderung zum Dialog zwischen verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen begriffen. An Beispielen aus den Bereichen Gentechnologie und Reproduktionsmedizin wurde die Problematik in den Workshops in ihrer medizinischen, gesellschaftlichen, ethischen und theologischen Dimension erkundet. Eine abschließende Podiumsdiskussion mit Experten aus den Bereichen Medizin, Theologie, Biologie, Philosophie und Politik beendete den Studientag.
Auch für den zweiten Studientag zum „Dialog mit dem Islam“ konnten wir interessante Experten aus Christentum und Islam sowie aus Politik und Wirtschaft gewinnen. Besonders nach dem 11. September 2001 wurde allen Beteiligten deutlich, wie wichtig es ist, dass wir uns als Schüler und Lehrer in gesellschaftliche Diskussionen einschalten, dass wir Fragen stellen, Antworten suchen, diese kritisch überprüfen und uns eine Meinung bilden. Vor dem Hintergrund tagesaktueller Ereignisse wurden die Brennpunkte im christlich-muslimischen Miteinander in aller Offenheit angegangen. Exemplarisch waren dies die Entstehung und die Bedeutung des Fundamentalismus, die Frage nach der Stellung der Frau, das schwierige Verhältnis von Scharia und Menschenrechten sowie die häufig missbrauchte Rede vom „Heiligen Krieg“.
Auch die weiteren Studientage befassten sich mit aktuellen übergreifenden Themen, i. a. im Wechsel zwischen Einführungsreferat, Gruppenarbeit und Podiumsdiskussion mit namhaften Experten. Besonderes Augenmerk liegt dabei darauf, Experten aus den verschiedensten Bereichen für unser Vorhaben zu gewinnen, die Interessenslage unserer Schülerinnen und Schüler einzubeziehen sowie diese bei der Vorbereitung grundlegend miteinzubeziehen.
Wir sind uns dessen bewusst, dass wir die anstehenden Probleme nicht ansatzweise erschöpfend behandeln konnten. Die Gespräche im Laufe der Studientage sollten aber eine Anregung dazu bieten, dass jeder Einzelne weiter an den kontroversen Fragen arbeitet und interessiert und motiviert die öffentlichen Debatten verfolgt.
Öffnung von Schule, Öffnung des Fachunterrichts, Integration des Umfelds der Schüler und Öffnung für mehr Selbsttätigkeit der Schüler – auch das sind Ziele, die mit den interdisziplinären Studientagen verfolgt werden.